Auf den Spuren der Sigberger Burg

04.12.2016: Erste Grabungsarbeiten in Mühlebach legen Mauerreste aus dem Mittelalter frei

Die ganze Woche über wurde in Mühlebach, oberhalb des Küferbaches wissenschaftlich gegraben. Hier könnte sich die vermutete Burg der Sigberger befinden. Diese war möglicherweise Bestandteil des Besitzes der Edlen von Sigberg, die nach einer Urkunde von 1318 ihr „Gut zu Mühlebach“ an Ritter Ulrich von Ems verkauft haben. Auch in der Emser Chronik von 1616 ist von einem „zerbrochen Burgstall“ oberhalb von Mühlebach die Rede. Jetzt könnten die Wissenschafter dieser Burg auf der Spur sein.

Bei ersten Grabungsarbeiten wurden diese Woche Mauerteile aus dem Mittelalter gefunden. Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann besuchte die Grabungsstelle und zeigte sich beeindruckt: „Es ist unglaublich, wie viel das Forschungsteam in so wenig Zeit ans Tageslicht gebracht hat. Sollte es sich tatsächlich um die Sigberger Burg handeln, ist das ein weiterer bedeutender Beleg für Dornbirns Geschichte.“ Auf den ersten Blick ist die Grabungsstelle eher unspektakulär – ein paar übereinander geschichtete Steine auf einer recht unscheinbaren Erhebung im Wald.

Auf den zweiten Blick aber sind die Funde richtig beeindruckend, denn es sind bereits jetzt klare Mauerstrukturen erkennbar. Das heißt, hier wurde mit Sicherheit ein Gebäude von Menschenhand gebaut und das vor wahrscheinlich rund 700 Jahren, so viel steht nach den ersten Untersuchungen schon fest. Ob es sich bei dem Bauwerk tatsächlich um eine Burg, um ein landwirtschaftliches Gut oder möglicherweise auch eine Einsiedelei gehandelt haben könnte, lässt sich derzeit noch nicht feststellen. Das Team der Wissenschafter vermutet aber noch zahlreiche weitere Mauerteile unter der Erde, die darüber Aufschluss geben könnten.

In Auftrag gegeben wurden diese archäologischen Sondierungsarbeiten von der Dornbirner Geschichtswerkstatt, finanziert von den Kulturabteilungen der Stadt Dornbirn und des Landes Vorarlberg sowie von der Abteilung Archäologie des Bundesdenkmalamtes. Nach den intensiven Arbeiten dieser Woche werden die Ergebnisse nun dokumentiert und ausgewertet, dann wird entschieden, ob und wann weitergeforscht wird.