Einblicke in die Welt der „smart textiles“

23.09.2017: Was 1982 in einem Klassenzimmer mit einem Professor begann, hat sich mittlerweile zu einem international erfolgreichen Wissenschaftszentrum auf 600 Quadratmetern entwickelt: Das Forschungszentrum der Universitit Innsbruck für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn.

Mitglied und Leiter der ersten Stunde, Universitätsprofessor für angewandte Chemie und Textilchemie Dr. Thomas Bechtold, gab beim zweiten Salongespräch am 19. September im FLATZ Museum Einblicke in sein tägliches Tun und bereicherte das gemeinsame Gespräch mit Mag. Roland Jörg und Mag. Werner Matt mit humorvollen und persönlichen Anekdoten.

Die textile Forschung verzweigt sich mittlerweile mit vielen anderen Bereichen. Es geht schon lange nicht mehr nur um die Veredelung und Appretur von Stoffen. Die Zukunft sind „smart textiles“. Dies wurde den Besucherinnen und Besuchern eindrucksvoll vermittelt. In vielen Anwendungen und Bereichen werden textile Technologien verwendet, die auf den ersten Blick nicht gleich als solche erkennbar sind. Sei es die Carbonfaser beim Skateboard, im Leichtbau für beispielsweise Brücken, Funktionelles im Sport und Pharmaziebereich, „smart textiles“ sind gefragt. Im Universitätsinstitut in Dornbirn wird seit 1982 an genau solchen Entwicklungen und Patenten geforscht.

Im Gründungsjahr war noch nicht absehbar, in welche Richtung es gehen soll und ob sich das Institut tragen würde. Damals galt es, in einem Jahr eine Million Schilling zu erwirtschaften, eine Herausforderung, die gelang. So waren die Grundsteine für das erfolgreiche Wissenschaftszentrum gelegt. Mittlerweile beherbergt das Institut 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der ganzen Welt, die mit verschiedensten Fachgebieten betraut sind. Gesprochen wird ausschließlich in Englisch. Verknüpfung mit anderen Bereichen „Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind die Achsenbildung bzw. Anknüpfungen an andere Technologiebereiche wie unter anderem Physik, Elektrotechnik, Sportwissenschaft, Pharmazie und Verbundwerkstoffe. Aber auch die Kenntnis, was die Industrie an Technologien in Zukunft benötigen wird, ist für uns immens wichtig und gleichzeitig fast schon ein Auftrag. Ideal ist auch der Standort in Dornbirn. Die Nähe zur Wirtschaft und die Dichte der Technologien sind unvergleichbar. Alle Produktionsstufen sind vorhanden und wir bekommen immer vollste Unterstützung. Für uns wurden auf Anfrage schon extra Maschinen gebaut“, so Dr. Thomas Bechtold.

Insgesamt 35 Patente wurden vom Institut bis heute entwickelt. Jährlich wird eine Summe von einer Million Euro wird erwirtschaftet. Der Mann an der Spitze Bechtold ist als Lehrender und Wissenschaftler tätig. Im Jahr 2015 wurde er für den Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet. Insgesamt veröffentlichte er 250 Publikationen, davon 23 Patente, 13 Buchbeiträge und ein eigenes Werk. Der eifrige Universitätsprofessor verbringt seine Freizeit am liebsten in der Natur, genauer gesagt im Wald. Dabei geht er seiner Leidenschaft, dem „Holzen“ nach.

Die nächsten Salongespräche starten im Frühjahr 2018.