Elefanten in der Disco

27.02.2017: Kleine Füßchen, schnelle Schritte – im Stiegenhaus des Pflegeheims ist Kichern zu hören, als sich die 37 Kindergartenkinder auf den Weg zum ihrem Auftritt machen. Die Aufregung ist groß, die Vorfreude noch größer. Auch im dritten Stock herrscht freudige Erwartung. Die hochbetagten Frauen und Männer sitzen auf Stühlen und in Rollstühlen um die Tische. Kurz nach zehn Uhr ist es soweit. Die Kinder treten vor ihr Publikum. Das hat Wirkung – binnen Sekunden gibt es strahlende Gesichter. Im Team der Angestellten aber auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegeheims Höchststraße. „Das Leben in Großfamilien ist eher seltener geworden. So verschwindet auch das Wissen über andere Generationen und damit auch das gegenseitige Verständnis. Schön, dass wir hier diese Möglichkeit der Begegnung bieten können“, betont Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann.

Ein begeistertes Publikum

Die Elefanten singen über das Tanzen in der Disco

Die Zaubern und Hexen am Zaubern

Rund 85 Lebensjahre trennen die Kindergartenkinder von den Heimbewohnern. Eine Begegnung, die heutzutage selten geschieht. Im Pflegeheim erhalten die Kindergartenkinder ein Bild davon, wie sich Menschen im Laufe eines Lebens verändern. Dass Omas und Opas manchmal schlecht hören oder nicht mehr so gut zu Fuß sind, das wissen auch schon Kindergartenkinder. Aber mit älteren Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder auch mit Krankheiten konfrontiert sind, haben nur die wenigsten von ihnen Kontakt. Das ändert der Kindergarten Marktstraße mit seinen Besuchen. „Anfangs waren die Kinder zurückhaltend“, erklärt Kindergartenpädagogin Christiane Hämmerle, „jetzt freuen sie sich schon sehr auf ihre Auftritte.“ Die Kinder der grünen und gelben Gruppe haben sich als Zauber, Hexen und Elefanten verkleidet. Passend zu ihren Liedern „Die Hexe Wackelzahn“ und „Als ein Elefant in die Disco ging“.

Hände klatschen, Füße wippen
Mit Begeisterung singen die Elefanten: „Eins, zwei, drei und vier der Elefant ruft: Komm und tanz mit mir! Fünf, sechs, sieben, acht, und alle haben mitgemacht!“ Hier klatschen die Senioren mit und strahlen. Dieses generationsübergreifende Erlebnis ermöglicht es, Schwellenängste abzubauen. „Die Besuche sind für alle eine Bereicherung“, erklärt Margit Gasser, die Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin leitet das dritte Obergeschoss im Pflegeheim, „natürlich erhalten die Kleinen dann auch eine süße Belohnung. Hier engagieren sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Freizeit und backen auch mal süße Cup-Cakes.“ Nach einer kleinen Zauberei der Zauberer und Hexen ist die Aufführung für heute zu Ende. Rund viermal im Jahr sind die Kleinsten im Pflegeheim die Größten und zaubern ein Lächeln in die Gesichter des Publikums. „Die Begegnungen sind wertvoll für beide Generationen. Die Kinder sehen, dass ein älterer Mensch krank werden kann und – was uns ganz besonders wichtig ist – dass man alten Menschen mit Achtung und Respekt begegnet“, erklärt Stadträtin Marie-Louise Hinterauer.