Mit dem Smartphone parken

16.05.2017: Das Auto parken, App auf dem Smartphone öffnen, auf „Start“ drücken, fertig; so einfach soll es zukünftig gehen, wenn man in Dornbirn die Parkgebühr bezahlen möchte.

Die Stadt Dornbirn arbeitet derzeit an einer Lösung, die für die Kundinnen und Kunden der Innenstadt und auch in den anderen bewirtschafteten Parkzonen Zeit und Geld sparen soll. „Es ist nicht nur einfach, es wird auch minutengenau abgerechnet und bezahlt. Zukünftig ist es nicht mehr notwendig, die voraussichtliche Parkzeit abzuschätzen und mitunter zu viele Münzen einzuwerfen,“ beschreibt Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann die Vorteile des neuen Systems. In der Stadtvertretung der Stadt Dornbirn wurden mit der Änderung der Parkabgabeverordnung die Weichen für die Einführung des neuen Systems gestellt. Die Stadt hofft, dass neben den großen Städten wie Wien, Salzburg, Innsbruck oder München auch die anderen Vorarlberger Städte mitziehen, um diese Vorteile in ganz Vorarlberg nutzbar machen zu können. Mit diesem Projekt möchte die Stadt einen weiteren Schritt in Richtung „Digitalisierung“ machen.

Die Möglichkeit, mit dem Handy die Parkgebühr zu bezahlen, gibt es schon längere Zeit. Die Systeme haben sich mit der Verbreitung von „Smartphones“ in den vergangenen Jahren wesentlich weiterentwickelt. Für viele Anwendungen im täglichen Leben gibt es einfache und auf den Bedarf abgestimmte „Apps“, die den Alltag erleichtern können. Apps für das Parken werden mittlerweile in mehreren großen Städten in Deutschland und Österreich eingesetzt. In Dornbirn bereitet man sich mit dem jüngsten Beschluss der Stadtvertretung auf den Einsatz vor. „Für die Kunden der Stadtzenten in Vorarlberg wäre es sinnvoll, wenn flächendeckend dasselbe System eingesetzt würde, da das Rheintal mittlerweile mit seinen Angeboten als ein zusammengefasster Lebensraum wahrgenommen wird. Im Sinne der Vision Rheintal werden wir in den kommenden Wochen Gespräche führen, um ein einheitliches System einsetzten zu können,“ ergänzt Stadtplanungsreferent, Vizebürgermeister Mag. Martin Ruepp.

Selbstverständlich können die Parkgebühren auch weiterhin am Automaten selbst mit entsprechenden Münzen bezahlt werden. Was mit Ende Juni allerdings nicht mehr möglich sein wird, ist das Bezahlen mit der „Quick-Funktion“, da dieses Service von den Kartenbetreibern eingestellt wird. Wer auf dem Chip seiner Bankomatkarte noch Geld gespeichert hat, kann dies bei seiner Bank wieder auf das Konto zurück überweisen lassen.

Die Vorteile des neuen Systems
Nicht immer hat man die passenden Münzen bereit und es ist auch schwer abzuschätzen, wie viel Zeit man für seine Erledigungen benötigt. „Mit dem neuen System ist es egal, ob der Kaffeeplausch in einem der Innenstadtrestaurants nach dem Einkaufen länger dauert, als geplant. Man bezahlt genau für jene Zeitspanne, in der das Fahrzeug auf einem bewirtschafteten Parkplatz steht,“ erläutert Stadtmarketing-Stadtrat Guntram Mäser. „Gleichzeitig läuft man auch nicht mehr Gefahr, dass für kurze Erledigungen zu viel Geld in den Automaten gesteckt wird.“ Gerade für eine kurze Parkdauer wird das neue System den Kunden Vorteile bringen. Zusätzlich kann die App auch den Weg zum geparkten Fahrzeug weisen – besonders vorteilhaft, wenn man in einer Stadt parkt, in der man sich nicht so gut auskennt. Voraussetzung für die Nutzung ist eine einmalige Anmeldung, die Registrierung der verwendeten Fahrzeuge und das Aufladen eines Guthabens in das System. Dafür stehen den Kundinnen und Kunden mehrere sichere Möglichkeiten zur Verfügung. Auch die Kontrolle erfolgt auf digitalem Weg. Die Polizei überprüft Fahrzeuge ohne Parkquittung hinter der Windschutzscheibe zukünftig automatisch über ein eigenes Gerät und kann somit einfach feststellen, ob die Gebühr bezahlt wird.

Koordination der Städte in Vorarlberg
Die Vorarlberger Städte haben teilweise bereits unterschiedliche Anwendungen für „digitales Parken“ im Einsatz. Mitunter macht es im Interesse der Besucherinnen und Besucher der Stadtzenten oder der Freizeitgebiete, bei denen die Parkplätze gebührenpflichtig sind, wenn mehrere Systeme, zumindest aber eine Anwendung in allen Städten zur Verfügung steht. Bereits im Vorfeld wurden Möglichkeiten einer einheitlichen Vorgangsweise mit den Städten Vorarlbergs besprochen. Für die geplante Umsetzung wird es weitere Abstimmungen geben. Die Tarife der Parkgebühren sind seit einigen Jahren landesweit vereinheitlicht.