Neue Straßennamen in Dornbirn

23.06.2016: Stadtvertretung beschließt neue Bezeichnungen im Betriebsgebiet Dornbirn Nord, im Gebiet Bachmähdle sowie beim Bahnhof

Die Dornbirner Stadtvertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung drei neue Straßennamen beschlossen. Dabei ging es um eine neue Straße im Betriebsgebiet Dornbirn Nord sowie um Entflechtungen im Bereich Bachmähdle und auf der Rohrbacher Seite beim Bahnhof. Die Verbindung zwischen dem Bahnhof und der Schlachthausstraße soll zukünftig „Kaplan-Bonetti-Straße“ heißen, und wird dem Dornbirner Sozialpionier Kaplan Emil Bonetti ein nachhaltiges Denkmal setzen. Im Betriebsgebiet Dornbirn Nord wird dem Wirtschaftspionier Ignaz Rüsch gedacht. Für die Namensfindung von Straßen ist in Dornbirn eine eigene Kommission eingerichtet, die Vorschläge erarbeitet und den politischen Gremien unterbreitet.  

Die Bezeichnung von Straßen ist für die Orientierung in einer Stadt wichtig. Seit jeher dienen Straßennamen aber auch dazu, ehemalige Flurnamen, historische und landschaftliche Besonderheiten sowie verdiente Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet sichtbar zu machen. Manche Bezeichnungen von öffentlichen Flächen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verändert und in dieser Entwicklung auch politische Machtverhältnisse abgebildet. Das Dornbirner Stadtarchiv hat die Straßennamen in Dornbirn auf der Basis der Forschung von Albert Bohle aufgearbeitet und publiziert. Im online zugänglichen „Dornbirn Lexikon“ sind diese Daten über das Internet abrufbar: http://lexikon.dornbirn.at/Strassen.2060.0.html  

Drei neue Straßenbezeichnungen  

„Ignaz-Rüsch-Straße“
Diese Bezeichnung benennt eine neue Straße im Betriebsgebiet Dornbirn Nord. Sie zweigt von der Dr.-Walter-Zumtobel-Straße in Richtung Osten zur Bahnlinie ab. In diesem neuen Betriebsgebiet werden für die Bezeichnung von Verkehrsflächen vorwiegend Namen von Industriepionieren verwendet. Josef Ignaz Rüsch (1861-1925) war Maschinenfabrikant und leitete das Unternehmen „Rüsch Werke“, welches um die Jahrhundertwende zum bedeutendsten Metallbetrieb des Landes wurde. Mit 27 Jahren zog er in die Dornbirner Gemeindestube ein. Er war Mitglied des Baurats, des Sparkassenausschusses und Obmann des Beleuchtungskomitees. Bei der Gründerversammlung der Vorarlberger Sektion des Bundes Österreicher Industrieller wurde er 1903 zum Obmann gewählt.  

„Winkelmahd“
Im Gebiet Bachmähdle wird die von der Straße Bachmähdle in Richtung Osten verlaufende und in den Fallbachweg mündende Erschließungsstraße eine eigene Bezeichnung erhalten. In diesem Gebiet wurden mehrfach Flurnamen für die Straßenbezeichnungen verwendet. Das Winkelmahd befindet sich exakt an dieser Stelle und bietet sich als Straßennamen an. (Flurnamenkarte Dornbirn, W.Vogt 1980)  

„Kaplan-Bonetti-Straße“
Die Gilmstraße verläuft derzeit nördlich der Bahnlinie vom Dornbirner Hauptbahnhof Richtung Nordosten sowie in südwestlicher Richtung bis zur Schlachthausstraße. Im Interesse der Übersichtlichkeit soll der Abschnitt von der Schlachthausstraße bis zum Bahnhof eine neue Bezeichnung erhalten. An dieser Seitenstraße befindet sich das ehemalige „Haus der jungen Arbeiter.“ Kaplan Emil Bonetti kam mit seiner Familie mit der Migrationsbewegung aus dem Trentino nach Vorarlberg. Er lernte bereits in seiner frühen Jugend die Probleme und Sorgen der Arbeiterfamilien kennen. Seine Erlebnisse als Deserteur waren für seine Biographie sehr bestimmend. Nach seiner Priesterweihe 1952 wirkte er als Kaplan in Haselstauden und Hohenems. Später übernahm er die Fertigstellung des „Hauses der jungen Arbeiter“ von Monsignore Dr. Edwin Fasching, welches er als Arbeiterhotel führte. Junge Arbeiter erhielten Wohnung und Verpflegung. Heute ist aus dem Haus ein Sozialprojekt geworden, das hundert Betten im Haupthaus, neun Wohngemeinschaften, ein Frauenhaus und in einem Arbeitsprojekt über 50 Arbeitsplätze anbietet.