Neuer Industrielehrpfad in Dornbirn

24.09.2018: Im Rahmen des heutigen Pressegespräches mit Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann, Stadtarchivar Mag. Werner Matt und Dr. Klaus Fessler im Kunstraum Dornbirn, wurde die Konzeptidee zum neuen „Industrielehrpfad“ vorgestellt. Dornbirn ist reich an industriellem Erbe und möchte diesen Schatz der Bevölkerung in einem modernen Rahmen zugänglich machen. Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann: „Der Lebensraum unserer Stadt erfährt durch die bewusste Auseinandersetzung mit der Geschichte auf verschiedensten Ebenen einen Mehrwert. Ob mit dem Fahrrad oder zu Fuß, mit einer modernen App oder Hörbeispielen und natürlich über Publikationen, kann die Geschichte erlebt werden.“ Im Fokus steht die Strecke vom Forach ins Gütle über eine Länge von 6,5 Kilometer sowie eine kürzere Variante, die speziell für die Bedürfnisse von Schulen konzipiert ist. Die nächsten Schritte sind die Zusammenarbeit mit Interessierten und Anrainern sowie die Hinzuziehung von Expertinnen und Experten zur Ausarbeitung eines Gesamtkonzepts.

Das Industrieensemble Gütle der Firma F.M. Hämmerle ist eines der Prunkstücke des industriellen Dornbirns und von zentraler Bedeutung für den geplanten Stadtpfad. (© Stadtarchiv Dornbirn)

Die ehemalige Spinnerei Juchen der Firma Herrburger&Rhomberg ist das zweitälteste textilgeschichtliche Gebäude in Österreich. Heute steht es unter Denkmalschutz und ist im Besitz der Firma „Meisterbäcker Ölz“. (© Stadtarchiv Dornbirn)

Auch die Geschichten der Menschen, die in den Fabriken gearbeitet haben, sind Teil des geplanten Industrielehrpfades. Im Bild Färbereiarbeiter der Firma Franz M. Rhomberg. (© Stadtarchiv Dornbirn)

v.l- Mag. Werner Matt, Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann und Dr. Klaus Fessler

Dornbirn ist stolz darauf, immer noch eine Industriestadt zu sein und dass viele Bewohnerinnen und Bewohner stark mit der Industrie verbunden sind. Das äußerst reiche industrielle Erbe soll nun durch einen Stadtpfad, einen „Industrielehrpfad“ – so lautet der Arbeitstitel dieses Vorhabens, erlebbar und begehbar werden. Der Lebensraum Stadt erfährt durch die bewusste Auseinandersetzung mit der Geschichte einen Mehrwert. Im Zuge der Arbeit an einer Vorstudie „Vorarlberger Industriemuseum“ im Auftrag des Landes Vorarlberg entstand die Anregung, die seit einigen Jahren immer wieder besprochene Idee eines Industrielehrpfades für Dornbirn zu verwirklichen. Auch wurden in letzter Zeit immer wieder technologische bzw. industrielle Artefakte auf ehrenamtlicher Basis entlang einer möglichen Route restauriert und zugänglich gemacht. Grundlage ist das Konzept von Dr. Klaus Fessler, das inzwischen mehrfach ergänzt und aktualisiert wurde.

Vom Forach ins Gütle
Die Gesamtlänge des Stadtpfades ist mit rund 6,5 km ideal für eine Fahrradtour, für einen gemütlichen Spaziergang wird eine kürzere Variante vorgesehen. Diese wird speziell für die Bedürfnisse von Schulklassen geplant. Zusätzlich ist der Pfad durch seine Querung des Stadtgebietes vom Forach ins Gütle ein attraktiver Mobilitätsstrang für Radelnde und Zu Fuß-Gehende. Durch eine hochwertige Gestaltung wird der Pfad zu einer Aufwertung des Stadtraumes beitragen. So sollen an wichtigen Punkten sogenannte Basisstationen auch zum Verweilen einladen. Informationspunkte erklären Entwicklungen der Industriegeschichte Dornbirns und Hinweiszeiger lenken den Blick auf interessante Bauten oder Artefakte.

App, Videos und Co
An Ort und Stelle werden interessante Texte und ansprechende Illustrationen Geschichte und Geschichten erzählen. Eine App erleichtert die Navigation und über sie können auch Videos oder Interviews an den einzelnen Punkten gehört bzw. gesehen werden. Ein Buch wird den ganzen Pfad speziell für Schulklassen und historisch Interessierte dokumentieren.