Podiumsdiskussion zum Industriemuseum Vorarlberg

06.05.2017: Gedankenaustausch in der inatura war sehr gut besucht.

Fast 100 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung zu der am vergangenen Freitag vom Dornbirner Kunstraum und Stadtarchiv organisierten Podiumsdiskussion in der inatura, bei der die Einrichtung eines Industriemuseums in Vorarlberg erörtert wurde. Hochkarätige Fachleute aus den Bereichen Museologie, Geschichte, Sozialwissenschaft und Industrie diskutierten unter anderem über eine von Stadtarchivar Werner Matt erstellte Vorstudie und diskutierten über mögliche Inhalte und die Realisierbarkeit eines neuen Museums. Dass die Idee breit und umfassend diskutiert werden soll, zeigte sich bei dieser Veranstaltung.

Vorarlberg ist nach wie vor stark durch die Industrie geprägt, die einen großen Teil unseres Wohlstands erwirtschaftet. Der Aufschwung des Landes und die Entwicklung von einer landwirtschaftlich geprägten hin zur industriellen Gesellschaft begann im 18. Jahrhundert. Die heute vielfach nachgenutzten ehemaligen Betriebsareale der Textilindustrie sind Zeugen dieser Entwicklung. Diese auch für die Nachwelt zu sichern und wissenschaftlich aufzubereiten wären unter anderem Aufgaben für ein Industriemuseum, dessen Gründung derzeit gemeinsam mit dem Land erörtert wird. Dazu gibt es bereits umfassende Vorarbeiten.

Vorarlberg ist ein spannender Modellfall für die Transformation einer agrarisch strukturierten Gesellschaft zu einer immer noch erfolgreichen Industrieregion. Benötigt das Industrieland Vorarlberg einen Ort, wo das Sammeln, Dokumentieren und Erforschen des industriellen Erbes erfolgt, sowie die Wechselwirkung zwischen Industrie und Gesellschaft vermittelt wird? Im Auftrag der Kulturabteilung des Landes Vorarlberg wurden unterschiedliche Stellungnahmen zum Thema Vorarlberger Industriemuseum gesammelt. Ziel der Podiumsdiskussion war es, einen Überblick über die Stellungnahmen zu geben und eine Diskussion zu beginnen. An der Podiumsdiskussion teilbenommen haben: Gottfried Fliedl (Museologe), Meinrad Pichler (Historiker), Eva Häfele (Sozialwissenschafterin), Mathias Burtscher (Industriellenvereinigung Vorarlberg), Winfried Nußbaummüller (Kulturabteilung des Landes Vorarlberg), Werner Matt (Historiker, Koordinator der Vorstudie).